Ulrich Siegmund → Thomas Korell
Vater bei Parteikollegen angestellt
Über Kreuz angestellte Verwandte umgehen das Verbot, eigene Angehörige mit Steuergeld zu beschäftigen.
Laut ZDF frontal (4.2.2026) arbeitet der Vater des AfD-Fraktionschefs und Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt im Bundestagsbüro des AfD-Abgeordneten Thomas Korell – laut Correctiv seine dritte Stelle bei einem AfD-Abgeordneten. Das Gehalt lag zeitweise bei bis zu 7.725 Euro im Monat. Siegmund sieht darin kein Problem, weil Vertrauen entscheidend sei.
Tobias Rausch → Claudia Weiss
Geschwister gegenseitig angestellt
Familien von Abgeordneten werden über gegenseitige Anstellungen aus Steuergeld bezahlt.
Nach Recherchen von Zeit und ZDF (Februar 2026) arbeiten drei Geschwister des Parlamentarischen Geschäftsführers der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt für die Bundestagsabgeordnete Claudia Weiss; Rausch bestätigte das. Im Gegenzug arbeitet die Tochter von Weiss für die AfD-Landtagsfraktion. Laut SZ waren zudem mindestens vier Fußballer seines Vereins in seinem Abgeordnetenbüro beschäftigt.
Jan Wenzel Schmidt → AfD-Bundestagsfraktion
Fraktionsausschluss, jetzt vor dem BVerfG
Die Affäre spaltete den Landesverband und landete beim Bundesverfassungsgericht.
Laut Correctiv beschäftigte der frühere Generalsekretär der AfD Sachsen-Anhalt Ehefrau und Tochter des Landeschefs Martin Reichardt sowie Ehefrauen mehrerer Landtagsabgeordneter. Am 3.3.2026 schloss ihn die Bundestagsfraktion auf Antrag von Weidel und Chrupalla wegen „parteischädigenden Verhaltens“ aus. Das Bundesverfassungsgericht verhandelt seine Organklage am 4.11.2026.
AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt → Landtag Sachsen-Anhalt
Gesetz gegen Überkreuz-Anstellungen
Ein Landesparlament musste sein Gesetz ändern, um diese Praxis zu stoppen.
Wegen der Affäre beschloss der Landtag im April 2026 eine Reform: Angehörige anderer Abgeordneter dürfen nicht mehr aus Landesmitteln bezahlt werden, höchstens fünf Mitarbeiter pro Abgeordnetem. Zuvor beschäftigten die 23 AfD-Abgeordneten laut Correctiv 162 Mitarbeiter, eine Abgeordnete allein 16. Alle anderen Fraktionen stimmten zu, die AfD dagegen.
Tino Chrupalla → Roberto Kuhnert
Ehefrau eines MdL im Wahlkreisbüro
Auch der Parteichef selbst beschäftigt die Ehefrau eines Parteikollegen.
Laut Correctiv (12.2.2026) beschäftigt der AfD-Co-Vorsitzende die Ehefrau des sächsischen AfD-Landtagsabgeordneten Roberto Kuhnert in seinen Wahlkreisbüros. Chrupalla bestätigte die Anstellung, bestreitet aber eine Überkreuz-Beschäftigung: Sie arbeite seit 2017 für ihn, ihr Mann sei erst 2019 in den Landtag gekommen.
Markus Frohnmaier → Johann Martel
Ehefrau und Vater angestellt
Ein Spitzenkandidat profitiert familiär von Stellen, die Parteikollegen aus Steuergeld bezahlen.
Laut Correctiv und Medienberichten (Februar/März 2026) arbeitet die Ehefrau des AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg für den Bundestagsabgeordneten Johann Martel, sein Vater ist geringfügig bei der Abgeordneten Diana Zimmer beschäftigt, die zugleich seine Wahlkampfmanagerin ist. Frohnmaier bestätigte das und sprach von einer Anti-AfD-Kampagne.
Stefan Keuter → AfD-Bundestagsfraktion
Lebensgefährtin im Büro? (Vorwurf)
Ausgerechnet der für Personal zuständige Fraktionsvize geriet selbst unter Verdacht.
Laut Medienberichten vom Februar 2026 soll der stellvertretende Fraktionsvorsitzende eine Frau in seinem Bundestagsbüro beschäftigen, die seine Lebensgefährtin sein soll. Die Anstellung von Lebenspartnern aus Bundestagsmitteln ist unzulässig. Keuter weist die Vorwürfe zurück, verlor aber seine Zuständigkeit für Personalfragen.
Martina Uhr → AfD-Bundestagsfraktion
Lebensgefährte im Büro? (Vorwurf)
Die eigene Landesgruppe hielt die Vorwürfe für so gravierend, dass sie den Mandatsverzicht forderte.
Laut Welt (Februar 2026) sollen der Lebensgefährte der niedersächsischen Abgeordneten und dessen Tochter in ihrem Bundestagsbüro beschäftigt sein, was unzulässig wäre. Die AfD-Landesgruppe schloss sie aus und forderte den Mandatsverzicht. Uhr erklärte, es habe sich um zwei verschiedene Wohnungen gehandelt.
AfD Niedersachsen → Staatsanwaltschaft Hannover
Untreue-Ermittlungen gegen 8 Beschuldigte
Steuergeld für Parlamentsarbeit darf nicht in die Parteiarbeit fließen.
Seit April 2026 ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen Untreue gegen vier Bundestagsabgeordnete, einen Landtagsabgeordneten und drei weitere AfD-Mitglieder: Aus Bundestagsmitteln bezahlte Mitarbeiter sollen für den Landesverband gearbeitet haben. Ein zweites Verfahren betrifft Spenden aus „Spardosen“, die nicht im Rechenschaftsbericht auftauchten. Die AfD weist alle Vorwürfe zurück.
Ansgar Schledde → AfD Niedersachsen
Immunität wegen „schwarzer Kasse“ aufgehoben
Gegen den Chef eines großen Landesverbands wird wegen Verstößen gegen die Parteienfinanzierung ermittelt.
Der niedersächsische Landtag hob am 9.9.2026 einstimmig die Immunität des AfD-Landesvorsitzenden auf. Laut taz wird ihm vorgeworfen, eine schwarze Kasse aus Barspenden geführt zu haben, die nicht ordnungsgemäß in den Rechenschaftsberichten stand. Schledde weist die Vorwürfe „entschieden“ zurück.
AfD-Bundestagsfraktion → Ältestenrat des Bundestags
Wahlplakate aus Fraktionsgeld?
Fraktionsgeld ist Steuergeld und darf nicht für Parteiwahlkampf verwendet werden.
Laut ZDF frontal und Correctiv (27.1.2025) ließ die AfD-Bundestagsfraktion im Januar 2025, wenige Wochen vor der Wahl, über 650 Großplakate kleben – bezahlt aus staatlichen Fraktionsmitteln, geschätzt über 300.000 Euro. Der Ältestenrat sollte die Zulässigkeit prüfen. Die Fraktion sagt, die Plakate informierten über Parlamentsarbeit.
Kay-Uwe Ziegler → Corona-Enquete-Kommission
Wegen Corona-Hilfe-Betrug verurteilt
Ein wegen Corona-Hilfebetrugs Verurteilter soll für die AfD die Corona-Politik aufarbeiten.
Ziegler wurde 2024 rechtskräftig wegen Subventionsbetrugs verurteilt (60 Tagessätze à 40 Euro): Er hatte 2020 rund 12.000 Euro Corona-Soforthilfe zu Unrecht erhalten. 2025 schickte die AfD ihn in die Corona-Enquete-Kommission des Bundestags.
Daniel Halemba → Amtsgericht Würzburg
Verurteilt wegen Geldwäsche (nicht rechtskräftig)
Ein amtierender Abgeordneter wurde in erster Instanz wegen Geldwäsche verurteilt.
Das Amtsgericht Würzburg verurteilte den bayerischen Landtagsabgeordneten am 2.2.2026 wegen Geldwäsche und Nötigung zu 30.400 Euro Geldstrafe: Er hatte 2022 Betrugserlöse Dritter gegen Provision über sein Konto ins Baltikum weitergeleitet und einen Zeugen unter Druck gesetzt. Vom Vorwurf der Volksverhetzung wurde er freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Klaus Esser → Staatsanwaltschaft Aachen
Mutmaßlich gefälschtes Juraexamen
Einem Abgeordneten wird Urkundenfälschung vorgeworfen.
Die Staatsanwaltschaft Aachen wollte im Januar 2026 einen Strafbefehl über 13.500 Euro beantragen: Der NRW-Landtagsabgeordnete soll ein gefälschtes Examenszeugnis genutzt und unbefugt den Titel „Master of Laws“ geführt haben. Esser kündigte Einspruch an.
Matthias Moosdorf → Deutscher Bundestag
Hitlergruß im Reichstag? (Vorwurf)
Es geht um den Vorwurf eines verfassungsfeindlichen Symbols im Parlamentsgebäude selbst.
Der Bundestag hob am 9.10.2025 die Immunität des früheren außenpolitischen Sprechers der AfD-Fraktion auf. Ihm wird vorgeworfen, in einem Nebenraum des Reichstagsgebäudes den Hitlergruß gezeigt zu haben. Die Vorwürfe sind nicht bewiesen, eine Stellungnahme lag nicht vor.
Stephan Brandner → Deutscher Bundestag
Immunität mehrfach aufgehoben
Kaum ein Abgeordneter verlor so oft die Immunität wie Brandner.
Der Bundestag genehmigte 2025 und 2026 mehrfach Verfahren gegen den stellvertretenden AfD-Bundessprecher, u. a. wegen des Vorwurfs, eine Spiegel-Journalistin als „Faschistin“ beleidigt zu haben, und im September 2026 ein weiteres Strafverfahren. Brandner weist den Beleidigungsvorwurf zurück.